Der Rollwurf ist von allen Würfen am einfachsten zu lernen,
denn er besteht nur aus dem Vorschwung. Ich finde, er eignet
sich hervorragend für Anfänger, weil er sehr gut das
Gefühl für das Werfen mit einer Fliegenrute vermittelt.
Ich benutze ihn, wenn hinter mir Hindernisse wie Bäume
oder ein steiles Ufer einen "normalen" Überkopfwurf
verhindern.
Mit dem Rollwurf kannst Du die Fliege präsentieren, wenn
Du keinen Rückraum hast, der Wind von hinten kommt und
die Schnur nach dem Rückschwung in ihre (wessen?) Richtung
geweht würde. Vor dem Abheben der Schnur kannst Du diese
mit dem Rollwurf strecken.
Übe den Rollwurf immer auf dem Wasser. Du benötigst
die Oberflächenspannung des Wassers, um die Rute aufzuladen.
Ich benutze den Rollwurf wie eine "Du - kommst - aus -
dem - Gefängnis -frei "-Karte beim Monopoly: Er hilft
mir in schwierigen Situationen, zum Beispiel wenn ich einen
Fisch steigen sehe oder an fischträchtigen Stellen, wenn
ich keinen Platz für den Rückschwung habe.
Ich beschreibe den Wurf hier für Rechtshänder. Linkshänder
sollten sich den Bewegungsablauf einprägen und auf die
linke Seite adaptieren.
Beginne mit einer bequemen Startposition, den linken Fuß
vorne. Fasse den Griff der Rute mit dem Zeigefinger nach oben
und ziehe gute 9 m Schnur von der Rolle. Für Anfänger
ist es immer schwierig, die Flugschnur anfangs aus der Rutenspitze
zu bekommen. Schwinge die Rute sachte vor Dir auf einer horizontalen
Bahn hin und her und füttere dabei mit der linken Hand
Schnur nach. Wenn sie ausgebracht ist, klemme sie zwischen Korkgriff
und den Mittelfinger der Rutenhand. Achte darauf, dass Rute
und Unterarm eine gerade Linie bilden und das Handgelenk beim
Wurf nicht abknickt.
Hebe die Rute langsam mit dem Unterarm und kippe das Handgelenk
ganz leicht vom Körper weg. Achte darauf, das der Ellbogen
nicht seitlich herausragt, sodass sich die Schnur frei nach
hinten bewegen kann. Bewege den Ellbogen leicht aufwärts,
bis sich rechts hinter Dir aus Rute und Schnurbogen ein großes
"D" geformt hat. Hier stoppe die Bewegung.
Nun ziele leicht links von der Schnur ins Wasser und bewege
die Rute herunter. Du führst mit dem Ellbogen und lädst
die Rute so auf. Du führst die Energie den Wurfs hin in
Richtung Deines Zieles und beendest die Bewegung mit einem positiven
Stopp, wenn die Rute einen. 45-Grad-Winkel mit der Wasseroberfläche
bildet.
Eine Schnurschlaufe bildet sich und rollt über der Wasseroberfläche
ab. Sobald sich die Schlaufe streckt, folge mit der Rute in
die Startposition. Der perfekte Rollwurf!
Ich kann nicht genug betonen:
Warte nicht mit üben bis zum Angeln. Da gibt es zu viele
Dinge, die Deine Konzentration fordern. Es ist unmöglich,
beim Fischen das Werfen zu üben! Am besten dazu ist eine
Wiese oder bei Wasserwürfen ein Becken, frei von Hindernissen
und Ablenkungen. jede Stunde der Übung hilft Dir beim Angeln
am Fluss.