THE GRIP
Mein Rat an allen neuen Fliegenfischer ist, dieses als eine
Anleitung zu benutzen, doch lassen Sie sich viel Spielraum um
Kreativ zu bleiben und Ihre eigenen Entdeckungen zu machen.
Entwickel kein Dogmen!
Richtigen oder falschen Wurfstil gibt es nicht, richt ist immer
noch der Wurf mit dem man den jeweiligen Gegebenheiten an das
ziel herankommt.
Der Griff
Gutes Fliegenwerfen fängt bei der richtigen Griffhaltung
an. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten
die Rute zu halten.
1: Der Zeigerfingergriff: Der Zeigerfinger liegt gestreckt auf
dem Kork Griff. Ein Ausgezeichneter Griffhaltung für die
leichtere Schnurklassen.
2: Der Daumengriff. Der Daum liegt oben auf dem Kork Griff.
Dies ist ein sichere Griff für die höhere Schnurklassen.
3: Der Schraubenziehergriff. Ich nehme und empfehle die Schlüssel
oder Schraubenziehergriff. Was natürlich Geschmackssache
ist. Die Handhaltung sollte während des ganzen Wurfes bequem
und entspannt sein. Die Vereinigung von der Kraft der Daumenhaltung
in Zusammenspiel mit die Zielgenauigkeit des Zeigefingers ergibt
einen vielseitigen Griff, der unsere Bewegung effizienter macht
- ganz gleich, ob wir eine Trockenfliege in einem kleinem Fluss
präsentieren oder einen Hechtstreamer in starken Gegenwind
werfen.
Die Hand
Versuche beim Wurf den Druck der Hand zu variieren. Nutze die
Energie, die ein fester Druck erzeugt, oder den dämpfenden
Effekt eines lockeren Griffes. Am Anfang des Wurfes fasse den
Griff eher lose und erhöhe beim Beschleunigen den Druck.
Im Moment des Stopps muss der Druck am stärksten sein und
danach sofort wieder nachlassen. Das dämpft die Vibrationen
in der Rute und beseitigt so die Schockwellen in der Schnur,
die entstehen, wenn man während des ganzen Wurfes Druck
ausübt. Wenn wir den Druck auf den Griff variieren, können
wir so den ganzen Tag ermüdungsfrei fischen.
Das Handgelenk
Halte beim Werfen das Handgelenk steif. So wird die Energie
besser vom Körper auf die Rute übertragen.
a) Durch ein festes Handgelenk und eine progressive Beschleunigung
hin zu einem festen Stopp wird im Rückschwung eine enge
Schnurschlaufe geformt.
b) Wenn wir im Rückschwung das Handgelenk lockern, öffnet
sich die Schlaufe und bewegt sich abwärts.
Damit sich Deine Schnurschlaufen gut auf das Ziel zu bewegen,
stelle sicher, dass sowohl während des Rück- als auch
des Vorschwungs die Rolle direkt auf das Ziel gerichtet ist.
Es ist wichtig, den Zeigefinger die ganze Zeit oben zu lassen.
a) Richtige Handgelenkhaltung: Die Rolle ist auf das Ziel gerichtet.
b) Falsche Handgelenkhaltung: Wenn Dein Handgelenk sich während
des Wurfes nach außen dreht, wird diese Bewegung von der
Rutenspitze verstärkt. Die Schnur folgt dem Bogen, den
die Rutenspitze beschreibt, und befördert Deine Schlaufe
hinter Dich in eine für den Vorschwung ineffiziente und
auch gefährliche Position.
Die Fußstellung
Beim Fischen variiert man die Fußstellung je nach Situation.
Für das Wurftraining empfehle ich eine offene Stellung,
also den linken Fuß nach vorn für Rechtshänder
bzw. den rechten für Linkshänder. Dies ist eine vielseitige
Stellung und ermöglicht eine freie Körperbewegung,
harmonische Koordination und lässt eine ausholendere Wurfbewegung
zu. Achte darauf, Deine Schultern quer zum Ziel ausgerichtet
zu halten.
Schnurgewicht
Beim Fliegenwerfen ist es das Gewicht der Schnur, das die nahezu
schwerelose Fliege zum Ziel trägt. Lerne, die Aktion der
Fliegenrute zu nutzen, um die Schnur werfen.
Durchhängende Schnur
Vermeide lose Schnur! Die Schnur sollte vor der Kraftapplikation
gestreckt sein, denn nur eine gestreckte Schnur kann die Rute
laden, wohingegen lose Schnur Energie verschwendet.
a) Richtige Startposition:
Sobald wir die Rutenspitze bewegen, beginnt die gestreckte Schnur
die Rute aufzuladen.
b) Falsche Startposition:
Die falsche Startposition bewirkt ein Durchhängen der losen
Schnur. Der erste Teil des Wurfes ist vergeudet, weil erst die
lose Schnur gestreckt werden muss. Nur ein gestreckte Schnur
kann die Rute biegen und aufladen.
Die horizontale Ebene
Konzentriere Dich darauf, Hand, Handgelenk, Unterarm und Schulter
in gerader Linie zu halten. Die Rutenspitze sollte beim Werfen
einen geraden, horizontalen Weg beschreiben. Ein gerader, horizontaler
Pfad konzentriert alle Energie des Wurfs in Richtung Ziel. Die
Rutenspitze sollte sich in einem geradem Weg auf das Ziel zu
oder von diesem weg bewegen. Nur entlang eines horizontalen
Pfades arbeitet die Rute optimal. Lass' die Wurfenergie auf
einer geraden Linie fließen. Kontrollierst Du die Rutenspitze
während des Wurfs, kontrollierst Du damit auch Deine Schnurschlaufe.
A. Horizontaler Pfad der Rutenspitze
Wenn wir während des Wurfes mit der Rutenspitze eine gerade,
horizontale Linie beschreiben, erzeugen wir eine perfekte Schlaufe.
Der obere und untere Teil der Schnur verlaufen parallel entlang
dieses horizontalen Pfades bis hin zu ihrem vollen Potenzial.
Gute Werfer können ihre Schlaufen auf einer fast vollkommen
horizontalen Ebene werfen.
B. Konvexer Pfad der Rutenspitze.
Große, offene Schlaufen bilden sich, wenn die Rutenspitze
zwischen Rück- und Vorschwung keine Gerade beschreibt,
sondern einen nach oben gewölbten Bogen. Dies wird verursacht
durch Abknicken des Handgelenks beim Rückschwung oder durch
mangelnde Kraftapplikation. Die Rute bleibt während des
Wurfs in einem ungebogenen (ungeladenen) Zustand und bewirkt
so, dass Rutenspitze und Schnur sich auf einem halbkreisförmigen,
konvexen Pfad bewegen. Wir müssen die Rute in eine Biegung
hineinzwingen (laden) und anschließend durch einen (positiven)
Stopp wieder entladen. Eine offene Schnurschlaufe, bei der der
obere und untere Teil weit auseinander liegen, streut die Energie
in viele Richtungen, ist also nicht auf das Ziel gerichtet,
und die Schnur fliegt nicht richtig.
C. Konkaver Pfad der Rutespitze
Tailing Loops bilden sich, wenn sich die Rutenspitze zwischen
Rück- und Vorschwung nicht auf einer Geraden bewegt, sondern
auf einem nach unten gewölbten Bogen. Sie werden verursacht
durch einen im Verhältnis zur Rutenbiegung bzw. -ladung
zu kleinen Wurfwinkel oder durch eine zu starke Kraftapplikation
zu Anfang des Wurfs. Passe die Rutenbiegung dem Wurfwinkel an
und beschleunige die Rute zunehmend während des Wurfs.
Schließe mit einem harten, positiven Stopp ab. Denk daran:
Alle Tailing Loops resultieren aus einem konkaven Pfad der Rutenspitze.
Der positive Stopp
Es ist unbedingt nötig, das wir Vor- und Rückschwung
mit einem positiven Stopp abschließen. Nicht immer an
derselben Stelle, was von der unterschiedlichen Schnurlänge
abhängt, aber es muss immer ein Stopp gesetzt werden. Ein
harter, positiver Stopp, kombiniert mit einer progressiven Kraftapplikation
ist der Schlüssel zu gutem Fliegenwerfen
Lang und kurz
Damit sich die Rutenspitze auf einer geraden , horizontalen
Linie bewegt, müssen wir die Intensität der Rutenbiegung
bzw. -ladung der des Wurfes anpassen. Je mehr die Rute gebogen
wird und je mehr Schnur in der Luft ist, desto größer
muss der Rutenwinkel sein
a: Wenig Schnur, kleiner Rutenwinkel
b: Viel Schnur, großer Rutenwinkel.
Eine Fliegenrute ist ein flexibler Hebel. Sie biegt und entlädt
sich während des Wurfs, umso stärker, je mehr Kraft
wir anwenden. Es ist wichtig, daran zu denken, dass eine Fliegenrute
nicht steif ist. Es ist möglich, sowohl mit kleinen als
auch mit großen Rutenwinkeln enge Schlaufen zu werfen,
wenn wir den Rutenwinkel und die Stärke der Rutenbiegung
aufeinander abstimmen.
Behutsamer Einsatz von Kraft
Wir brauchen einen behutsamen und progressiven Einsatz von Kraft
und Geschwindigkeit mit einem harten Stopp am Ende. Dieser abrupte
Stopp überträgt die Energie von der geladenen (gebogenen)
Rute auf die Schnur und formt so die Schlaufe.
Eine behutsame, progressive Kraftapplikation mit einem harten,
positiven Stopp am Ende
.
Die Pause
Warte, bis sich die Schnur völlig gestreckt hat, bevor
Du den Vor- oder Rückschwung beginnst. Bei einem weiten
Wurf machen wir eine lange, bei einem kurzen eine kurze Pause.
Halte Deine Schultern quer zum Ziel, beobachte ab und zu Deinen
Rückschwung und schau, ob die Schnur gestreckt ist, bevor
Du den Vorschwung einleitest. Achte darauf, nur den Kopf zu
drehen und nicht den ganzen Körper, weil sonst die Rutenspitze
und damit die Schnur die gerade Bahn verlassen. Du kannst außerdem
dein Timing beurteilen, indem Du beim Vorschwung zuschaust,
bis sich die Schnur ausrollt. Beim Rückschwung wartest
Du dann genauso lange. Diese Visualisierung führt zu einem
besseren Timing. Denke daran, dass wir ohne einen guten Rückwurf
keinen guten Vorschwung machen können.
Übung!
Ich kann nicht genug betonen: Warte nicht mit dem Üben,
bis Du am Wasser bist. Beim Fischen kann man nicht gleichzeitig
Werfen üben, es gibt einfach zu viele Dinge dort, die Dich
ablenken. Übe auf einer Wiese oder einem Pool, frei von
Hindernissen und Ablenkungen. Jede einzelne Stunde, die Du mit
trainieren verbringst, ist ein weiterer Schritt auf dem Weg
zu besserem Fliegenfischen am Fluss.
Diese Tipps sind aus langjähriger Praxis in Werfen und
Unterrichten entstanden. Ich möchte betonen, dass diese
Tipps nicht dogmatisch zu verstehen sind - es gibt mehr Wege
Fliegenwerfen zu unterrichten als Fliegenfischer. Wende einfach
das an, was für Dich funktioniert und Dein Werfen effizienter
mach
Tight loops
Christopher Rownes - FFF Certified Fly casting Instructor
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